Greg LeMond über Landis, Armstrong etc. (17.22 min): Klick
Mich macht das gerade aus irgendwelchen Gründen ein bisschen fertig. Oder fühlt sich Hoffnung so an?
Ich denke, man kann über Wahrheit und Unwahrheit nur spekulieren.
Für mich: ich glaube LeMond zu 100%. Ich glaube auch, dass das komplette System Armstrong auf Lug und Trug aufgebaut ist. Dass keiner seiner Toursiege sauber ist. Ich glaube, dass Lance Armstrong ein zutiefst von Macht und Geltungssucht korrumpierter Sportler ist, der noch in diesem Jahr in allergrößte Erklärungsnöte kommt. Dass der Planet Armstrong nur einen positiven Kontinent hat: die Livestrong-Stiftung. Der allerdings würde ich auch einmal gerne die US-amerikanischen Steuerbehörden auf den Hals schicken, um zu sehen, ob die Gelder durchweg zweckgebunden eingesetzt werden.
Lance Armstrong ist ein übler Despot, vor dem sich viele viel zu lange geduckt haben. Zum Glück sinkt sein Stern.
Aber wem wird durch solche Aussagen geholfen?
Allen, die sich nicht mehr die Hucke volllügen lassen möchten - also mir z.B..
Besser so, als weiter alles unter den Teppich kehren bzw. mit Bestechung, Drohungen etc. unter Verschluss halten zu wollen. LA ist vermutlich der größte Sportbetrüger aller Zeiten. Soll man sich damit um des lieben “Friedens” willen abfinden?
Dabei geht es ja nicht nur um Doping, denn man muss ja wohl davon ausgehen, dass das - nicht nur im Radsport - an der Tagesordnung war oder ist. Aber es besteht ja ein Riesenunterschied zwischen denen, die dopen, weil sie glauben, nur damit konkurrenzfähig zu sein, weil das Publikum (also wir) nach immer neuen Höchstleistungen giert und einem, der ein Jahrzehnt lang durch Lügen, Bestechung, Bekämpfung der Pressefreiheit, Einschüchterung und was es an unappetitlichen Mitteln noch gibt, ein weltweites Netzwerk zur Befriedigung seiner totalitären Machtgier unterhält.
Und wenn es sich als wahr herausstellen sollte, dass im “System Armstrong” Teamfahrräder verkauft worden sind, um Dopingprogramme zu finanzieren, wird es auch immer wahrscheinlicher, dass die Liestrong-Einkünfte zur Querfinanzierung weniger edler Projekte als der Krebsbekämpfung dienen.
Ich bin jetzt bestimmt nicht der größte Fan von Armstrong, aber:
-Betrogen/Belogen hat Armstrong niemanden, höchstens für Chancengleichheit gesorgt. Das so gut wie jeder bei der Tour gedopt ist, ist ein offenes Geheimnis.
-Doping ist auch in anderen Sportarten (zB Fussball mehr als verbreitet, man siehe sich nur die Dopingprobe im Film “Sommermärchen” an). Auch dort wird ähnlich in den Verbänden gegen entsprechende Veröffentlichungen vorgegange, d.h. Leute bedroht etc.
Es ist ein offenes Geheimnis, das auch die Spieler von Real Madrid bei Fuentes waren.
Wenn man den Profi-Radport erhalten möchte, sollte man überlegen, ob es so klug ist, auf der bislang üblichen Art und Weise gegen Doping zu kämpfen.
Klar ist der Radsport verlogen, aber nicht verlogener wie andere Sportarten auch, vielleicht mal vom Schach oder Mikado abgesehen
Denn so wie es jetzt läuft, macht man den Sport nur kaputt, vertreibt die Sponsoren, nimmt jungen Sportlern die Zukunft.
Gut, wenn man das will, lasst uns Amrstrong veruteilen, wieder für riesen Skandale sorgen, Die Tour de France nie mehr stattfinden lassen.
Der Planet Armstrong ist Vergangenheit. Lasst den Leuten(vor allem den amerkanischen Sponsoren) Ihre Illusionen vom Wunder Armstrong. Man kann ein solches Dopingsystem nicht an einer Person festmachen, es wird sich auch nichts ändern, wenn Armstrong veruteilt wird. Höchstens ziehen sich noch mehr Sponsoren vom Radsport zurück, was natürlich andere Sportverbände, wie z.B. Fifa, freut.
Wenn man was ändern will, sollte man es sich nicht zu einfach machen und eine Hexe auf den Scheiterhaufen schicken, sondern man muss den Ursprung des Dopings, d.h. im Amateurbereich, anfangen.
Den Profi-Radsport kann man gar nicht mehr kaputt machen, weil er schon lange kaputt ist. Und kaputtgemacht haben ihn nicht die Aufklärer, sondern die Doper und ihre Komplizen.
Dass in anderen Sportarten Doping nicht konsequent verfolgt wird, kann ja wohl kaum als Vorbild oder Ausrede dienen, in unserem Sport genauso zu verfahren. Ich fürchte, wenn man auf den großen Skandal verzichten möchte, hieße das in Kauf zu nehmen, dass der Radsport wie bisher immer noch mehr an Glaubwürdigkeit verliert, ohne die Chance zu haben, sich zu erneuern. Ein großer Knall könnte immerhin die Gelegenheit zu einer Art Neuanfang bieten.
Diesen ARD-Kommentar: http://www.sportschau.de/sp/layout/jsp/komponente/mediaseite/index.jsp?id=103518#mbContent finde ich dazu ganz gut. Es geht darin auch um die Rolle der Medien und der Politik, vor allem aber um die Auswirkungen des “alten” Radsports auf die junge Generation.
Ich habe übrigens den Eindruck, dass Profischach eine der verlogensten “Sport”-Arten überhaupt ist (Sorry für die Anführungszeichen, Rob!). Bei Mikado wäre ich mir da auch nicht so sicher. The evil is always and everywhere! Ich habe fertig.